Das MIG-MAG-Schweißen, auch als MIG-MAG-Schweißverfahren (Metal Inert Gas / Metal Active Gas) bezeichnet, ist eines der am häufigsten verwendeten Schweißverfahren in der modernen Industrie. Leistungsstark, schnell und vielseitig ermöglicht das MIG-MAG-Schweißen die Herstellung fester, gleichmäßiger und langlebiger Verbindungen an zahlreichen Metallen.
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Auf dieser Seite, die dem MIG-MAG-Schweißen gewidmet ist, begleite ich Sie dabei, das Funktionsprinzip des Verfahrens zu verstehen, die wichtigsten Einstellungen zu beherrschen und die Qualität Ihrer MIG-MAG-Schweißnähte zu verbessern. Ob Anfänger oder Profi – dieser Leitfaden bietet Ihnen zuverlässige und direkt anwendbare Informationen.
1. Vorstellung des MIG-MAG-Schweißens
Das MIG-MAG-Schweißen ist ein Lichtbogenschweißverfahren, bei dem ein kontinuierlich zugeführter, abschmelzender Drahtelektrode verwendet wird, kombiniert mit einem Schutzgas. Im MIG-Modus ist das Gas inert (Argon oder Argon-Helium-Gemisch), während im MAG-Modus ein aktives Gas verwendet wird, meist auf CO₂-Basis oder Argon/CO₂-Gemischen.

Das MIG-MAG-Schweißen wird besonders wegen seiner hohen Produktivität, der einfachen Handhabung und der Möglichkeit der Automatisierung geschätzt. Es wird häufig im Metallbau, in der industriellen Blechbearbeitung und im Automobilsektor eingesetzt.
Unterschied zwischen MIG- und MAG-Schweißen
Der grundlegende Unterschied zwischen MIG- und MAG-Schweißen liegt ausschließlich in der Art des Schutzgases, das verwendet wird, um das Schmelzbad von der Umgebungsluft abzuschirmen. Obwohl beide Verfahren dieselbe Maschine nutzen (ein halbautomatisches Schweißgerät mit kontinuierlich ablaufendem Draht), unterscheiden sich ihre Anwendungen je nach zu verschweißendem Metall:
- MIG (Metal Inert Gas) verwendet ein inertes Gas, meist reines Argon oder ein Argon-Helium-Gemisch. Dieses Gas reagiert chemisch nicht mit dem geschmolzenen Metall. Es wird hauptsächlich zum Schweißen von Nichteisenmetallen wie Aluminium, Kupfer oder Magnesium eingesetzt.
- MAG (Metal Active Gas) verwendet ein aktives Gas wie reines CO₂ oder ein Argon-CO₂-Gemisch. Dieses Gas wirkt aktiv am Prozess mit, stabilisiert den Lichtbogen und erhöht die Einbrandtiefe. Es ist das Standardverfahren zum Schweißen von unlegierten Stählen (Baustahl) und rostfreiem Stahl.
Grundlegendes Glossar zum Verständnis des MIG-MAG-Schweißens
Um das MIG-MAG-Schweißen zu beherrschen, ist es wichtig, die technischen Begriffe zu verstehen, die den Lichtbogen und die Qualität der Schweißnaht definieren. Alles basiert auf dem Drahtelektroden (oder Zusatzdraht), der auf einer Spule gelagert und kontinuierlich durch einen Drahtvorschub bis zur Schweißpistole transportiert wird.
Hier sind die wichtigsten Begriffe, die Sie kennen sollten:
- Das Schmelzbad: Dies ist der Bereich aus flüssigem Metall, der durch die Hitze des Lichtbogens entsteht und in dem sich der Draht und die zu verbindenden Werkstücke vermischen.
Ein mangelndes Verständnis der Beziehung zwischen Spannung und Drahtvorschubgeschwindigkeit ist die Hauptursache für Schweißfehler (unzureichende Einbrandtiefe oder Durchbrand).
Ebenso kann ein verschmutztes Kontaktrohr einen instabilen Lichtbogen und übermäßige Spritzer verursachen.
2. Die wichtigsten Vorteile des MIG-MAG-Schweißens
Das MIG-MAG-Schweißen bietet zahlreiche technische und wirtschaftliche Vorteile. Es ermöglicht eine hervorragende Einbrandtiefe, eine hohe Abschmelzleistung und eine große Gleichmäßigkeit der Schweißnähte, was es zu einem unverzichtbaren Verfahren in der Industrie macht.
Produktivität und Leistungsfähigkeit des MIG-MAG-Schweißens
Dank der kontinuierlichen Zuführung des Drahtelektroden reduziert das MIG-MAG-Schweißen Unterbrechungen und erhöht die Produktionsgeschwindigkeit erheblich, insbesondere bei langen und wiederholten Schweißnähten.
Vorteile und Nachteile des MIG-MAG-Schweißverfahrens
- Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
- Sehr hohe Schweißgeschwindigkeit
- Hohe Abschmelzleistung
- Möglichkeit sehr langer Schweißnähte ohne Unterbrechung
- Kein Entfernen von Schlacke erforderlich
- Großer Bereich möglicher Materialstärken
Vielseitigkeit der schweißbaren Materialien
Das MIG-MAG-Schweißverfahren ermöglicht das effiziente Schweißen von Kohlenstoffstahl, Edelstahl und Aluminium, indem einfach der Schweißdraht und das Schutzgas angepasst werden.
3. Funktionsweise eines MIG-MAG-Schweißgeräts
Die Funktionsweise eines MIG-MAG-Schweißgeräts beruht auf der Erzeugung eines elektrischen Lichtbogens zwischen dem Drahtelektroden und dem Werkstück. Der Draht schmilzt durch die Hitze und bildet das Zusatzmetall, während das Gas das Schmelzbad vor Oxidation schützt.
Die Schlüsselelemente eines MIG-MAG-Schweißgeräts
Ein MIG-MAG-Schweißgerät besteht aus einer Stromquelle, einem Drahtvorschubgerät, einer MIG-MAG-Schweißpistole, einer Drahtspule und einer Gasflasche. Diese Elemente gewährleisten die Stabilität des Lichtbogens und die Qualität der MIG-MAG-Schweißnaht.

4. Wichtige Einstellungen für eine erfolgreiche MIG-MAG-Schweißung
Die Einstellungen beim MIG-MAG-Schweißen sind entscheidend, um eine gleichmäßige und widerstandsfähige Schweißnaht zu erhalten. Spannung, Drahtvorschubgeschwindigkeit, Gasdurchfluss und Drahtdurchmesser müssen perfekt an das Material und dessen Dicke angepasst werden.

Wichtige Punkte für eine erfolgreiche Einstellung
- Der Gasdurchfluss: Eine einfache Regel besteht darin, den Durchfluss auf das 10- bis 12‑Fache des Drahtdurchmessers einzustellen. Zum Beispiel ist bei einem 0,8‑mm‑Draht ein Durchfluss von 10 L/min ein hervorragender Ausgangswert.
- Die Düsenregel: Der Abstand zwischen Düse und Werkstück („Stick‑out“) sollte etwa 10 bis 15 mm betragen. Zu großer Abstand führt zu schlechter Gasabdeckung, zu geringer Abstand verschmutzt die Düse.
- Das Gehör ist Ihr bestes Werkzeug: Eine gute Einstellung im Kurzlichtbogenbetrieb (für dünne bis mittlere Blechstärken) erzeugt ein gleichmäßiges, knackiges Geräusch – ähnlich wie brutzelnder Speck in der Pfanne.
Vorbereitung des Werkstücks
Vergessen Sie nicht, dass das MIG/MAG-Verfahren sehr empfindlich auf Sauberkeit reagiert. Für ein optimales Ergebnis in der Position „Schweißen in der Ebene“:
- Schleifen Sie die zu schweißenden Bereiche, um Zunder oder Rost zu entfernen.
- Entfetten Sie die Oberfläche bei Bedarf.
- Neigen Sie Ihre Schweißpistole um etwa 10° bis 15° in Schweißrichtung (Schieben).
Einstellung Ihres MIG-Schweißgeräts
Die meisten modernen Schweißgeräte sind mit einer sogenannten „Synergie“-Funktion ausgestattet. Dabei handelt es sich um integrierte und gespeicherte Parameter im Schweißgerät. Nachdem man verschiedene Parameter festgelegt hat (z. B. zu schweißendes Material, Drahtdurchmesser, verwendetes Gas und Materialstärke), wählt das Gerät automatisch eine passende Spannung und Drahtvorschubgeschwindigkeit und kann diese während des Schweißens anpassen. (Der Schweißer kann diese Einstellungen selbstverständlich ebenfalls manuell korrigieren.)
Andere Geräte erfordern manuelle Einstellungen. In diesem Fall wählt man selbst Spannung und Drahtvorschubgeschwindigkeit und passt sie nach Bedarf an.
Die untenstehenden Tabellen geben Ihnen Richtwerte für die zu erwartenden Einstellungen.
Einstellung des Geräts für das Schweißen in der Ebene ohne Fase
Die Einstellung eines MIG/MAG-Schweißgeräts hängt stark von der Dicke des Stahls ab, den Sie schweißen möchten. Beim Schweißen in der Ebene (Position PA) besteht das Ziel darin, ein Gleichgewicht zwischen der Spannung (Volt), die die Breite des Schmelzbades beeinflusst, und der Drahtvorschubgeschwindigkeit (Ampere), die die Einbrandtiefe steuert, zu finden.
Hier finden Sie eine Richtwerttabelle für unlegierten Stahl (Baustahl) mit einem klassischen Schutzgasgemisch (Argon + 8 bis 18 % CO₂).
Richtwerte für Einstellungen (Schweißen in der Ebene)
| Stahlstärke | Drahtdurchmesser | Drahtvorschub (m/min) | Spannung (V) | Gasdurchfluss (L/min) |
| 1 – 1.5 mm | 0.6 mm | 3.0 – 5.0 | 15 – 17 | 8 – 10 |
| 2 – 3 mm | 0.8 mm | 5.0 – 7.0 | 17 – 19 | 10 – 12 |
| 4 – 5 mm | 0.8 – 1.0 mm | 7.0 – 9.0 | 20 – 23 | 12 – 14 |
| 6 – 8 mm | 1.0 mm | 8.0 – 10.0 | 24 – 27 | 14 – 16 |
| 10 mm + | 1.2 mm | 7.0 – 9.0 | 28 – 32 | 16 – 18 |
Einstellung von Spannung und Drahtvorschub
Die Spannung beeinflusst die Breite der Schweißnaht und die Stabilität des Lichtbogens, während die Drahtvorschubgeschwindigkeit die Menge des abgeschmolzenen Metalls bestimmt. Ein schlechtes Gleichgewicht zwischen diesen beiden Parametern führt zu Spritzern, mangelnder Einbrandtiefe oder unregelmäßigen Schweißnähten.
Auswahl des Drahtdurchmessers
Der Drahtdurchmesser wird je nach Art der Schweißarbeiten gewählt:
- Karosseriearbeiten: Ø 0,6 mm (ca. 40 bis 100 A)
- Dünnwandige Rohrleitungen und Feinblech: Ø 0,8 mm (ca. 60 bis 180 A)
- Allgemeine Schweißarbeiten und Wurzellagen: Ø 1,0 mm (ca. 100 bis 300 A)
- Schweißen von 6–8 mm Materialstärke: Ø 1,2 mm (ca. 150 bis 350 A)
- Schweißen von ca. 10 mm Materialstärke: Ø 1,6 mm (ca. 200 bis 700 A)
Einstellung des Gasdurchflusses beim MIG-MAG-Schweißen
Der Gasdurchfluss schützt das Schmelzbad vor der Umgebungsluft. Ein zu geringer Durchfluss führt zu Schweißfehlern, während ein zu hoher Durchfluss Turbulenzen und unnötigen Gasverbrauch verursacht.
Schweißen mit CO₂ (Reingas)
- Kostengünstig.
- Geringe Empfindlichkeit gegenüber Oxidation, außer an der Oberfläche.
- Gute Schweißbarkeit auf oxidierten Blechen.
- Wenig Spritzer im Kurzlichtbogenbetrieb.
- Hohe Einbrandtiefe.
- Mäßiges Nahtaussehen.
- Empfindlichere Einstellungen als bei anderen Gasen.
Schweißen mit Argon+CO₂ (Zweigasmischung)
- Relativ einfache Einstellungen.
- Gutes Benetzungsverhalten der Schweißnaht.
- Heißeres Schmelzbad.
- Häufig verwendete Gasmischung.
- Höhere Kosten als andere Gase.
- Empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Oxidation.
Wahl des Gases und Einfluss auf die Schweißnaht
Die Wahl des Schutzgases hängt vom gewählten Schweißmodus ab. Für den Kurzlichtbogenbetrieb bevorzugt man CO₂ oder Argon+CO₂, während reines Argon vermieden wird. Im Übergangslichtbogen, einem Zwischenmodus, können alle drei Gase verwendet werden. Für den Sprühlichtbogen sollte CO₂ vermieden werden; hier bevorzugt man reines Argon oder Argon+CO₂.
MIG-MAG-Gasdurchfluss: Richtwerte
- Dünnes Blech (1–2 mm): 8 bis 10 L/min
- Mittlere Dicke (3–5 mm): 10 bis 12 L/min
- Große Dicke: 12 bis 15 L/min
- Schweißen im Außenbereich: 15 bis 18 L/min
Faktoren, die den Gasdurchfluss beeinflussen
- Durchmesser der MIG-MAG-Brennerdüse
- Austritt des Drahtelektroden
- Schweißposition
- Arbeitsumgebung (Luftzug, Wind)
Häufige Fehler beim MIG-MAG-Schweißen
- Zu geringer Gasdurchfluss, der Porosität in der Schweißnaht verursacht
- Falsche Einstellung von Spannung / Drahtvorschub, was zu Spritzern führt
5. Berufliche Anwendungen des MIG-MAG-Schweißens
Das MIG-MAG-Schweißen wird weit verbreitet in der Automobilindustrie, im Metallbau, im Stahlbau, in der schweren Blechbearbeitung und in der industriellen Instandhaltung eingesetzt. Seine hohe Produktivität macht es zu einem Referenzverfahren für Großserien.

6. Sicherheit und gute Praktiken beim MIG-MAG-Schweißen
Beim MIG-MAG-Schweißen ist die strikte Einhaltung der Sicherheitsregeln unerlässlich. Das Tragen persönlicher Schutzausrüstung ist Pflicht: Schweißhelm, isolierende Handschuhe, flammhemmende Kleidung und geeigneter Atemschutz.
Schweißen durch Schieben oder Ziehen
Beim MIG-MAG-Schweißen kann man die Schweißpistole entweder schieben oder ziehen. Obwohl beide Methoden Vor- und Nachteile haben, gilt das Schieben als die geeignetere Technik für eine saubere und kontrollierte Schweißnaht, sofern es möglich ist.
Schweißen durch Schieben (Push-Technik)
Das Werkstück wird durch den Lichtbogen gut vorgewärmt, was das Benetzungsverhalten verbessert. Das Schmelzbad ist besser sichtbar, da es nicht durch die Pistole verdeckt wird. Die Naht wird breiter und flacher (geringere Einbrandtiefe). Beim Schieben (Winkel etwa 70–80°) entsteht eine eher flache Naht.
Schweißen durch Ziehen (Pull-Technik)
In dieser Konfiguration ist das Schmelzbad sehr heiß, sehr flüssig und schwer zu kontrollieren. Die Naht wird gewölbter und die Einbrandtiefe größer. Das Schmelzbad ist schwerer zu sehen, da es durch die Pistole verdeckt wird. Beim Ziehen (Winkel etwa 70–80°) entsteht eine eher gewölbte und tief eindringende Naht.
Ausbildung und Fachwissen des MIG-MAG-Schweißers
Ein guter MIG-MAG-Schweißer zeichnet sich durch die Beherrschung der Einstellungen, die Kenntnis der Materialien und die Fähigkeit aus, die Parameter an die jeweiligen Anforderungen anzupassen. Kontinuierliche Weiterbildung ist entscheidend, um zuverlässige und normgerechte MIG-MAG-Schweißnähte zu gewährleisten.
7. MIG MAG FAQ
Fazit: Warum MIG-MAG-Schweißen wählen?
Das MIG-MAG-Schweißen hat sich als unverzichtbares Verfahren für Fachleute etabliert, die Produktivität, Vielseitigkeit und Qualität suchen. Bei korrekter Einstellung und Beherrschung ermöglicht es die Herstellung fester, langlebiger Verbindungen, die perfekt an die Anforderungen der modernen Industrie angepasst sind.
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